|
Gemeldetet Diskriminierungsfälle:
Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin und Prüfarzt
beim Modellprojekt zur heroingestützen Therapie Schwerstopiatabhängiger
in Köln. Ich habe in meiner Ausbildung viele Jahre
in der Chirurgie als Assistent gearbeitet und war bis ein
Jahr vor der Facharztprüfung Chirurgie, als ich mir
eine Hepatitis C zuzog, durch die ich die Ausbildung zunächst
abbrechen musste. Aus verschiedenen Gründen habe ich
danach die Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner gemacht
und auch im Laufe der Zeit eine Therapie der Hep C gemacht,
seitdem ist diese auch ausgeheilt. Im Herbst 2005 musste
ich mich wegen eines Bandscheibenvorfalls einer Operation
unterziehen. Die OP wurde in der Klinik für Neurochirurgie
des Städtischen Krankenhauses Holweide in Köln
durchgeführt. Dabei ist es bei drei Gelegenheiten
geschehen, dass ich zu meiner Anamnese Angaben gemacht
habe: Bei der Erstvorstellung beim damaligen Chefarzt fragte
der mich, nachdem ich meine derzeitige Arbeit beim Modellprojekt
erklärte und dann auch die Hepatitis C erwähnte,
ob ich denn dann wohl auch einmal i.v. drogenabhängig
gewesen sei. Da fand ich es noch ein wenig befremdlich,
so gefragt zu werden, dachte aber nichts dabei. Bei der
Aufnahme auf Station erging es mir aber mit der Stationsärztin
genauso, auch die fragte mich ernsthaft, ob ich „an
der Nadel“ gewesen sei und beim Anästhesiegespräch
wurde mir dasselbe diesmal vom Anästhesisten unterstellt.
Die Kombination Hepatitis C in der Anamnese und Arbeit mit
Drogenabhängigen reichte diesen werten Kollegen und
Kolleginnen also aus, den dringenden Verdacht auf i.v.-Drogenabhängigkeit
zu äußern. Ob die mir glaubten, dass dies nicht
so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen...
zurück <
|
|